05.07.2017: Antibiotikareduzierung um jeden Preis?

Seit der Veröffentlichung der bundesweiten Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit für Rinder, Schweine, Hühner und Puten gemäß § 58c Tierarzneimittelgesetz am 31.03.2017 durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wird verstärkt über die Schwächen des Antibiotikamonitorings diskutiert.

 

Liegt der Betrieb über der Kennzahl 1, muss der Tierhalter zusammen mit seinem Tierarzt die Ursachen dafür ermitteln und ggf. Maßnahmen ergreifen, die zur Reduzierung der Antibiotikaverwendung führen. Bei Überschreiten der Kennzahl 2, muss der Tierhalter einen schriftlichen Maßnahmenplan zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes erarbeiten und diesen der zuständigen Überwachungsbehörde vorlegen. Die Behörde prüft den Plan und kann ggf. Änderungen anordnen und weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene, der Gesundheitsvorsorge oder der Haltungsbedingungen verlangen. Im Extremfall kann sogar das Ruhen der Tierhaltung angeordnet werden.

 

Da immer 25 % der Betriebe über der Kennziffer 2 liegen, birgt das bestehende Vorgehen die Gefahr, dass bei unverändertem Reduktionsdruck notwendige Behandlungen erkrankter Tiere nicht erfolgen, um die Kennzahl 2 nicht zu überschreiten kommentiert die SUS (3/2017). Eine Evaluierung des Antibiotikamonitorings ist für das Jahr 2019 vorgesehen.

 

Quellen:

BVL

ISN  

SUS 3/2017